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Augenoptik Kreuzpeintner Athlet am Gipfel: Richard Stihler bezwingt Broad Peak (8051m) in Pakistan

Augenoptik Kreuzpeintner gratuliert: Richard Stihler hat den 8051 Meter-Gipfel des Broad Peak erklommen und damit seinen fünften Achttausender bestiegen. Wie schon vor zwei Jahren bei der Besteigung des Mount Everest sorgte Augenoptik Kreuzpeintner mit dem richtigen Equipment für Durchblick auf dem Dach der Welt.

(Badische Zeitung)  Der Broad Peak liegt im Karakorum-Gebirge auf der Grenze zwischen Pakistan und China. Er zählt zur Gasherbrum-Gruppe, direkt nebenan ist der bekannte K 2. Der Hauptgipfel war zum ersten Mal im Jahr 1957 bestiegen worden. Der Berg gilt als sehr anspruchsvoll, weil er unheimlich steil ist. “Da sind ständig die Waden am Platzen”, erzählt Richard Stihler. Die Umstände waren es aber, die diese Besteigung noch erschwerten. Die politische Lage ist im Süden von Pakistan sehr instabil, es gibt Auseinandersetzungen zwischen dem Militär und den Taliban. Das deutsche Auswärtige Amt warnt vor Reisen in diese Region. Die Warnung hat ihre Wirkung unter den Alpinisten nicht verfehlt, selbst die bekannten Huber-Brüder hatten ihre Expedition wegen der unsicheren Lage abgesagt. “Momentan geht da keine Sau hin, es waren vielleicht ein Drittel der üblichen Bergsteiger unterwegs”, sagt Stihler.

Am 22. Juni ist die fünfköpfige Gruppe – vier Deutsche und ein Österreicher – von Frankfurt aus nach Islamabad gestartet. “Am Flugplatz haben wir gleich einen Vorgeschmack bekommen auf das, was uns noch blühen sollte”, erzählt Stihler. Weil nur drei Stunden nach ihnen ein Muslimführer eingeflogen werden sollte, warteten 8000 seiner Anhänger und 800 Polizisten vor dem Flugplatz. Die Situation eskalierte, es wurde Tränengas eingesetzt und es gab acht Tote. Aufgrund der Unruhen wurde der Flugplatz gesperrt, 16 Stunden lang saßen die Bergsteiger bei 45 Grad Celsius dort fest, bevor es weiterging.
08 Gipfel mit K2

Geburtstag auf dem Weg zum Basislager

Ursprünglich geplant war ein Flug nach Skardu am Rande des Karakorum-Gebirges, wegen des Wetters musste der Weg mit dem Bus zurückgelegt werden. Auf dem Karakorum-Highway ging es über Abottabad, wo Osama Bin Laden zuletzt gelebt hatte und von den Amerikanern getötet wurde, weiter über Schotterpisten und in den Berg gesprengte, schmale Straßen zwei Tage lang nach Skardu. Alle paar Kilometer traf der Bus auf eine Polizeisperre: “Wir wurden sicherlich 20 Mal kontrolliert, immer wieder anhalten, aussteigen, Papiere vorzeigen”, berichtet Stihler. Dauernd stiegen mit Kalaschnikows bewaffnete Pakistanis aus und ein: “Da ist es mir schon ein bisschen mulmig geworden.” Geärgert hat er sich dagegen, als der Bus endlich in Skardu angekommen war. Die Gruppe hatte extra aufs Tempo gedrückt, um zumindest noch die zweite Halbzeit des Deutschland-Spiels gegen die USA anschauen zu können: “Und dann überträgt das pakistanische Fernsehen Portugal gegen Ghana.”

Die mühselige Reise mit dem Jeep auf sehr schlechten Straßen und über schwankende Hängebrücken mit zerbrochenen Geländer ging weiter, bevor die Bergsteiger schließlich das Dorf Askole erreichten. Dort endet die Straße. 108 Träger mit Maultieren und Ziegen, die während des achttägigen Fußmarsches zum Basislager geschlachtet wurden, standen bereit. Auf dem Weg zum Broad Peak hat Stihler am 3. Juli seinen 46. Geburtstag gefeiert. Der Koch hatte ihm extra einen Kuchen gebacken. “Der war aber grauslig, den konnte man nicht essen.”

Angekommen am Fuß des Broad Peak, trafen Richard Stihler & Co. nur auf ein kleines Häufchen Bergsteiger. Fast keine Westeuropäer oder Amerikaner, dafür einige Osteuropäer und ein paar Asiaten. Die schlimmsten Befürchtungen, dass die Gruppe allein sein würde, trafen zwar nicht ein, dafür traten andere Probleme zutage: Am Berg war der steile Aufstieg zunächst kaum gesichert.

Nur zehn von sechzehn schafften es zum Gipfel

Dafür war das Wetter rund um den Broad Peak so stabil wie selten. Der 23. Juli, ein Mittwoch, wurde als idealer Gipfeltag ausgekuckt, 16 Bergsteiger – Stihlers Gruppe, dazu Polen, Bulgaren und Pakistanis – machten sich gemeinsam auf den Weg nach oben. Erschwert wurde der Aufstieg dadurch, dass noch keine Spur im Schnee gezogen war: “Ich habe 50 Meter im schlimmsten Triebschnee gespurt. Danach war ich ziemlich kaputt.” Dabei hat sich Richard Stihler in Topform gefühlt: “Wir waren eine extrem starke Gruppe. Ich war mit 46 Jahren zwar der Älteste, auf dem letzten Stück Richtung Gipfel führte ich aber die meiste Zeit.”

Für die extrem steile Flanke hatte die Gruppe trotz geteilter Arbeit neun Stunden für 900 Höhenmeter gebraucht: “Durch den Neuschnee war die Aufstiegsroute saugefährlich und grenzwertig.” Nur zehn der 16 gestarteten Bergsteiger schafften es überhaupt auf den Gipfel. Dass er darunter war, das verdankte Richard Stihler nach eigenen Worten einem äußerst starken Bergsteiger aus Bulgarien, der am Schluss den Weg freigemacht hat. Welche große Herausforderung der Berg darstellt, war am Wegesrand zu sehen: Dort liegt die Leiche eines erfrorenen Polen, der eine Winterbesteigung versucht hatte.

Nach dem fünftägigen Rückmarsch vom Basislager nach Skardu wollte Stihlers Gruppe mit dem Flugzeug zurück nach Islamabad, wegen der schlechten Sicht wurden die Flüge aber abgesagt. Weil aber der Rückflug nach Deutschland schon gebucht war, mussten die Fünf noch einmal in den Bus steigen: nachts mitten durch gefährliches Gebiet, mit verhängten Scheiben im abgedunkelten Bus, vorne und hinten bewaffnete Begleiter. “Da habe ich mich nicht wirklich wohl gefühlt”, sagt Stihler, der im Rückblick von einer seiner interessantesten und spannendsten, aufgrund der Umstände aber auch anspruchsvollsten Expedition spricht. Das verdiente Bier nach sechs Wochen Alkoholabstinenz gab es erst im Flieger nach Deutschland – “zwei zum Frühstück und dann noch eines obendrauf”.
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